ICH HABE KEINEN SPAß MEHR AN MODE

Immer mehr, immer neu, immer abgedrehter. "Klassisch" ist out, Basics gibt´s nicht mehr. Die Mode spielt verrückt und ich bleibe auf der Strecke. Mode macht mir keinen Spaß mehr.Ein Statement das mir nicht leicht von den Fingern geht, aber doch absolut zutrifft. Denn ich bin unzufrieden, unzufrieden mit der Mode. Vielleicht habt ihr gemerkt, dass die letzten 4 Outfits hier auf Some Kind of Fashion sich sehr ähnelten. Das hat auch einen Grund. Es ist nicht nur so, dass ich die Sachen einfach gern trage und mir der Look gefällt. Es ist schlichtweg nicht viel anderes in meinem Kleiderschrank vorhanden. Und warum? Das hängt mit vielen Faktoren zusammen.

Liebe Modeindustrie, ist so schwer Kleidung herzustellen, die zu einander passt?

Mode macht mir keinen Spaß mehr

Wer mich kennt, und das tut ihr modisch schon, wenn ihr euch die letzten Outfits anschaut, der weiß, dass mein Kleidungsstil wohl als “klassisch” bezeichnet würde. Ich liebe schlichte, feine Teile, die sich gut anfühlen, tailliert geschnitten sind und vorzugsweise grau, beige, blau oder schwarz sind. Klingt zunächst mal ziemlich langweilig. Passt aber zu mir. Wilde Muster, bunte Farben oder extravagante Schnitte, das wäre einfach nicht ich. Das würde nicht zu mir als Person passen. Ich liebe es, wenn Dinge kombinierbar sind. Dass ich nicht nur einen Look stylen kann, sondern meine Klamotten vielseitig einsetzen kann und so mit wenig, viel erreichen kann. Das Prinzip habe ich euch in meinem Beitrag aus dem Frühjahr zur Capsule Wardrobe schon einmal vorgestellt.

In der vergangenen Woche habe ich mich also auf die Suche gemacht, meine Capsule Wardrobe für den Herbst/Winter zusammenzustellen. Ein paar Teile habe ich ja schon im Schrank, aber mir fehlten noch Pullover, Shirts und vor allem ein Mantel. Ein grauer sollte es sein, das hatte ich mir in den Kopf gesetzt. Nicht zu lang, aber mindestens so lang das eine lange Strickjacke locker drunter verschwindet. Am liebsten figurnah mit Knöpfen. Also ein klassischer Blazermantel. Nach 4 Stunden vergeblicher Suche in der Kölner Innenstadt hab ich frustriert aufgegeben. Wieso ist es so schwierig etwas zu finden, das eigentlich nie aus der Mode kommt, was man immer tragen kann, ohne aber ein kleines Vermögen dafür ausgeben zu wollen?!

Liebe Modeindustrie, wieso ist so schwer Kleidung herzustellen, die zu einander passt? Was bringen mir Mäntel mit engen Ärmeln, wenn alle Pullover überschnittene Schultern haben? Was bringen mir Shirts, dünn wie Papier bei Minusgraden? Warum gibt es 1000 Strickmäntel, über die aber keine Jacke passt? Wozu kommen täglich neue Teile in die Geschäfte und Onlineshops, wenn die Basics nicht vorhanden sind? Nicht jeder ist High-Fashion. Ich für meinen Teil will das gar nicht und kann das in meinem Beruf auch einfach nicht gebrauchen. Immer mehr, immer neu, immer abgedrehter. "Klassisch" ist out, Basics gibt´s nicht mehr. Die Mode spielt verrückt und ich bleibe auf der Strecke. Mode macht mir keinen Spaß mehr.

Zurück auf Normalmaß

Wenn ich in den letzten Wochen aber durch Zalando, Zara, H&M und Co. gescrollt habe, war auf 45 Seiten Pullovern nicht einer dabei, der mich überzeugt hat. Wenn eine Millionenstadt wie Köln keinen Mantel für mich bereithält, der mir annähernd gefällt. Mag sein, dass ich die einzige bin, der es so geht.

Vielleicht bin ich zu kritisch, vielleicht sind meine Vorstellungen einfach so weit weg von Mode und Trends, dass sie nicht erfüllt werden können, vielleicht liegt der Fehler aber auch gar nicht bei mir. Vielleicht sollten wir mal umdenken und allen unnötigen und überflüssigen Schnick-Schnack weglassen, vielleicht kämen wir dann wieder auf ein vernünftiges Maß, bei dem alle zufrieden sein könnten.
Aus diesen Gründen, werden in den nächsten Wochen wohl nicht mehr ganz so häufig Outfits auf Some Kind of Fashion zu sehen sein. Aber ich finde es wichtig, dass ihr wisst warum. Ich möchte euch nichts zeigen, wo ich nicht 100% hinter stehe und was ich nur kaufen würde, um es auf Fotos gut aussehen zu lassen. Wenn ich eine Lösung gefunden habe, lasse ich es euch definitiv wissen.

11 Kommentare

  1. 6. November 2016 / 20:26

    Toller Beitrag! Ich finde es sehr schade, dass du keinen anderen Weg mehr siehst, als weniger outfits zu posten. Ich finde es ist auch überhaupt kein Problem Lieblingsstücke öfter auf dem Blog in verschiedenen Kombinationen zu zeigen, so geht es doch den meisten Lesern auch, wir sind halt nicht alle Chiara, Miroslava und Elin.

    Liebst Julia

    HAUTE STREETSTYLE

    • Katharina
      6. November 2016 / 20:28

      Da hast du natürlich Recht. Aber momentan ist mir irgendwie die Lust daran vergangen, und mal ehrlich: unifarbene Pullover mit Jeans und sneaker können nach dem 3./4. mal auch langweilig werden…

  2. 6. November 2016 / 20:59

    Sehr gut geschrieben!
    Ich arbeite momentan selber im Geschäft und kaum ist nur ein Teil der nächsten Kollektion da, hat man erstens gleich schon Platzmangel und irgendwann ist die eine Kollektion dann raus… es geht mir auch etwas zu schnell und manche Trends sind nun wirklich seltsam… ich kann dich voll und ganz verstehen. Manchmal braucht man vielleicht auch einfach eine gewisse Zeit um sich der ganzen Mode bewusst zu werden und nicht immer ist in jedem Trend etwas, was einem persönlich zusagt.
    Ganz Liebe Grüße Sarah <3

    • Katharina
      6. November 2016 / 21:01

      Vielen Dank, Sarah! Genau das denke ich auch

  3. 7. November 2016 / 20:06

    Ein toller Beitrag – sehr persönlich und ehrlich.
    Ich kann was du sagst absolut nachvollziehen. Mir geht es ähnlich.
    Zwar habe ich einen “Beautyblog” aber mit Kosmetikprodukten ist es das Gleiche. Vor ein paar Jahren hat mir die ganze Thematik “Kosmetik” viel mehr Spaß gemacht. Mittlerweile sieht mein Alltagslook bis auf den Lippenstift jeden Tag gleich aus und ist absolut unspektakulär. Oft trage ich auch einfach nur Wimperntusche, weil ich keine Lust und Zeit habe in der Früh.
    Bunte Farben sind sowieso schon länger nicht mehr mein Ding – somit fallen bunte Make Ups flach. & wer will schon jeden Tag ein Make Up mit grauen oder braunen Lidschatten sehen?
    Auch bin ich mittlerweile sehr geizig geworden, was Beautyprodukte angeht. Ich sehe es nicht mehr ein jedem Trend hinterherzurennen und Unmengen an Geld für eine brandneue Lidschattenpalette auszugeben. Ich investiere mein Geld lieber in andere Dinge.

    Aber das Bloggen an sich macht mir immer noch unglaublich viel Spaß!

    Mittlerweile überlege ich schon, mehr Themen auf meinem Blog einzubinden, wie zum Beispiel Rezepte (ich koche super gerne!) oder auch mal Fotografietipps. Mein Blog ist von Anfang an auf dem Thema Beauty aufgebaut worden, deshalb muss ich mir wirklich gut überlegen, wie ich die Umstrukturierung angehe…

    Lange Rede, kurzer Sinn: ich kann dich absolut verstehen, und denke, dass es mit der Mode ähnlich ist. Irgendwann ist man übersättigt und merkt, dass man vieles gar nicht braucht und will. Vor allem, wenn man merkt, dass man eher schlichte Dinge bevorzugt.

    Ganz liebe Grüße,

    Lisa

    • Katharina
      20. November 2016 / 22:20

      Liebe Lisa, vielen Dank für deinen Kommentar!
      Bei mir ist es ja ganz ähnlich, ich habe auch mit einem reinen Modeblog begonnen, aber mittlerweile öffne ich mich auch gern anderen Themen, weil mich eins allein nicht mehr erfüllt. Dabei wird Mode zwar immer mein Schwerpunkt bleiben (jedenfalls vorerst), aber warum nicht vielseitig aufgestellt sein? Wenn du Spaß am Kochen und an Fotografie hast – teil es mir deinen Lesern! Ich bin gespannt, wie es bei dir weitergeht 🙂

  4. 7. November 2016 / 21:36

    Hi Katharina, toller und ehrlicher Beitrag! Ich denke, dass es auch nicht notwendig ist, den Kleiderschrank mit jedem angesagten Teil aufzufüllen bzw. zu überfüllen. Für mich ist es eine gute Herausforderung aus weniger mehr zu machen. Neben Fashionbloggerin, bin ich auch als Fashionstylistin und Stilberaterin selbständig und ich zeige meinen Kunden immer wie man aus wenigen Kleidungsstücken sogar mehr Outfits kombiniere kann. Es ist nur wichtig, dass man qualitativ gute Basics hat und ein paar Teile die man immer wieder gut untereinander kombinieren kann. Aber du hast Recht, es ist momentan echt schwer… :-((. Wenn du dich mal austauschen willst, kannst du dich gerne bei mir melden. Lieben Gruß, Katrin!

    • Katharina
      20. November 2016 / 22:17

      Genau das ist auch meine Devise! Man kann mit wenigen Teilen so viele unterschiedliche Looks stylen, da braucht es nicht ständig neu und immer doller.
      Vielen Dank für deinen Kommentar und dein Angebot – da werde ich bestimmt mal drauf zurückkommen 🙂

  5. 8. November 2016 / 11:56

    Grandioser Beitrag!
    Was du sagst, ist schon nicht verkehrt. Ich persönlich glaube dass aufgrund der vielen Möglichkeiten Mode günstig zu produzieren, vieles an Kleidung, die früher nur auf Modeschauen getragen wurde (mal platt ausgedrückt) jetzt in den Geschäften für den Normalverbraucher landen kann. Das ist einerseits positiv, da wir früher nicht viel hatten von der Laufstegmode. Andererseits ist Sie ja genau dafür gedacht – für den Laufsteg! Diese extravagante Mode soll eigentlich als Inspiration für alltagstauglichere Looks dienen – Und jetzt verlangt sie auf einmal selbst Alltag zu sein!
    Die Frage bleibt, wie geht man damit um? Sicher ist eine Möglichkeit immer sich davon zu distanzieren. Ich hingegen versuche das Fehlen von tollen Basics bestmöglich zu kompensieren. Zb indem ich meine Kreativität auch in Sachen Kleidung voll auslebe. Eventuell ist es ja doch genau das, was viele zur Abwechslung mal brauchen: Verrücktere Looks. Solange man dabei trotzdem seinem eigenen Stil treu bleibt, kann man mit dem vielfältigen und bunten Angebot schon einiges machen. Schade nur, das viele Trends – so spannend sie auch zunächst wirken – in Wirklichkeit immer ähnlich und von jedem umgesetzt werden und so schnell langweilig sind. Insofern muss ich dir Recht geben: Durch die Überschwemmung des Modemarkts mit 1000enden neuen Trends bleibt den Menschen, beim Versuch jeden Style mitzumachen kaum Zeit sich auf ihren eigenen Stil zu konzentrieren. Es wird wohl Zeit für eine “Entschleunigung” der Trendproduktion.
    Danke für den tollen Artikel!

    Liebst Grüße,
    Rina von
    Die Jacke finde ich natürlich richtig cool 🙂 Ich war auch kein Freund von Bomberjacken – hatte aber während des Sales dann doch einen Sinneswandel und hab mir eine gekauft. Sie ist zwar nicht so schön wie deine und bei weitem nicht so ausgefallen – aber der smaragdgrüne Stoff hats mir einfach angetan! 😉 Es freut mich also umso mehr das du so ein besonderes Exemplar für dich entdeckt hast! Auch der Look stimmt hinten und vorne – wie immer 🙂

    Alles Liebe,
    Rina von https://darlingrina.wordpress.com/2016/11/06/pretty-in-pastell-my-first-bilingual-blogpost/

    • Katharina
      20. November 2016 / 22:15

      Da hast du mit Sicherheit Recht, vieles was heute in den Läden hängt, könnte genauso gut auf dem Laufsteg gezeigt werden.
      Klar, man kann experimentieren und verrückte Looks damit kreieren, aber ist das alltagstauglich? Für mich nicht. Und wahrscheinlich würde ich mich auch verkleidet fühlen. Du scheinst da etwas experimentierfreudiger zu sein als ich 😀

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